Was hat Branding mit Cyber Security zu tun?
- JW

- 26. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Wieso Security-Abteilungen das Konzept von Branden verstehen sollten.
Der Begriff „Branding” stammt aus dem Marketing. Wie vieles aus dem Marketing findet auch er Anwendung in der Security-Awareness. Der Cyber-Security-Abteilung haftet per se ein polizistenartiges Bild an. Mitarbeitende hören von dieser Abteilung entweder, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Oder wenn ihnen zusätzliche Sicherheitsschritte, neue, komplizierte Richtlinien und weitere E-Learnings auferlegt werden. Wenn die Sicherheitsabteilung keine positiven Assoziationen mit der Marke herstellt, entsteht ein willkürliches Bild, das nicht gesteuert werden kann.
Wie wird “gebranded” ?
Branding bedeutet nichts anderes, als zwei Dinge miteinander zu assoziieren. Wenn einem Kind ein Baum gezeigt und „Baum” dazu gesagt wird, lernt es diese Assoziation. Genau so funktioniert Branding.

Nicht zu branden ist keine Option. Wenn die Sicherheitsabteilung keine positiven Assoziationen bewusst aufbaut, dann entsteht ein Bild, das sie nicht steuern kann. Die Marke bildet sich in jedem Fall, ob man will oder nicht. Im schlimmsten Fall führt das zu Desinteresse, fehlender Identifizierung oder sogar zu negativen Emotionen gegenüber allem, was mit „Sicherheit” zu tun hat.
Fünf Prinzipien lohnen sich als Orientierung:
Paaren: Branding ist die absichtliche Verknüpfung der eigenen Abteilung mit einem positiven Ergebnis. Welches Gefühl soll bei Mitarbeitenden entstehen, wenn sie an die Sicherheitsabteilung denken? Kompetenz? Unterstützung? Vertrauen?
Goodwill als Währung: Je mehr echten Mehrwert eine Sicherheitsabteilung liefert, desto mehr Wohlwollen sammelt sie an.
Differenzierung: Ohne Marke ist die Sicherheitsabteilung austauschbar und eine von vielen internen Stellen, die Regeln aufstellt. Mit Marke wird sie zu einer Anlaufstelle, der man vertraut.
Assoziationen: Um eine Marke schneller aufzubauen, hilft die Zusammenarbeit mit Personen, die bereits das gewünschte Image verkörpern (Führungspersonen, populäre Personen, CxO, Security Champions)
Branding als Filter: Ein oft unterschätzter Aspekt ist, dass Branding auch bedeutet, zu entscheiden, womit man sich nicht assoziiert.
4 Schritte vom „Polizisten” zur „Schutzmarke”
Schritt 1: Markenbild festlegen
Welche Assoziation, welches Gefühl, welches mentale Bild soll bei der Nennung von "Informationssicherheit" entstehen?
Schritt 2: Die Marke kommunizieren mit den fünf E
Erkennen: Sichtbarkeit schaffen (Farben, Logo, Slogan)
Erreichen: Die richtigen Kanäle wählen. Intranet, E-Mails, Poster, Videos, Meetings, Awareness-Kampagnen
Erklären: Verständnis schaffen (Erklärvideos, FAQ, Anleitungen, Storytelling)
Erleben: Die Marke im Verhalten verankern (Sticker auf Laptops, Hinweise im Login-Bereich, Schlüsselpersonen werden erkannt)
Engagement: Community schaffen (Security Champions, Lob, Feedback)
Schritt 3: Die Marke leben
Die Markenwahrnehmung wird durch die konkreten Erfahrungen der Mitarbeitenden geprägt. Wird Sicherheit von der Führung vorgelebt? Sind die Prozesse benutzerfreundlich? Gibt es klare Ansprechpersonen, die wirklich hilfsbereit agieren? Dürfen Mitarbeitende offen zugeben, wenn sie unsicher sind, ohne dafür verurteilt zu werden?
Schritt 4: Regelmässig evaluieren
Wird die Marke so wahrgenommen, wie sie gemeint ist? Werden die Kommunikationsmittel als hilfreich empfunden? Welche Formate funktionieren, welche nicht?
Branding in der Security Awareness ist vermutlich eine der unterschätztesten Massnahmen. Es braucht kein riesiges Budget. Es braucht Klarheit darüber, wie die Sicherheitsabteilung wahrgenommen werden will, den Mut, diese Wahrnehmung aktiv zu gestalten, und die Konsequenz, das Markenversprechen im Alltag einzulösen.
Was sind Eure Erfahrungen mit Branding in der Security Awareness? Habt Ihr ein eigenes Maskottchen, einen Slogan, eine Kampagne, die funktioniert hat? Die Autorin freut sich über Beispiele.




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